• qstall

Eine kleine Jahresrückschau. Wie ist das eigentlich?


Unser Ombudsmann klärt auf

Mag. Robert A. Puhr


Haben Sie Fragen zum Thema „Wohnen“?

Unser Mietrechtsexperte und Ombudsmann Mag. Robert Puhr erteilt Ihnen gerne Auskünfte. Unsere Mieterinnen und Mieter fragen, der Ombudsmann antwortet!










Frage: Mit dem zu Ende gehenden Jahr wollen wir einmal Rückschau halten. Mit welchen Problemen sind die Kunden der „meine heimat“ im abgelaufenen Jahr hauptsächlich an Sie herangetreten? „Zu 80% werde ich wegen Konflikten zwischen Mietern kontaktiert. In der heutigen Zeit scheint es vermehrt so zu sein, dass Menschen oftmals zwischenmenschliche Konflikte über einen Dritten – in diesem Fall die Hausverwaltung – zu lösen versuchen, statt zunächst den unangenehmen Weg zu gehen und den störenden Mitbewohner direkt anzusprechen. Aber oft kommen auch Menschen zu mir, die diesen Weg bereits erfolglos versucht haben. Daneben wurde ich im Rahmen der Betriebskostenabrechnung, nicht erwünschten oder nicht erfolgten Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen und auch wegen Rechtsauskünften kontaktiert.“


Frage: Wie läuft so ein typisches Gespräch bei einer Beschwerde über einen anderen Hausbewohner ab? „Zunächst möchte ich keine Einzelgespräche führen, sondern versuche alle betroffenen Personen an einen Tisch zu bringen. Andernfalls würde ich zwei Darstellungen hören und könnte mir erst recht kein einigermaßen objektives Bild von der Situation machen. In einem nächsten Schritt versuche ich, dass die Streitparteien direkt miteinander reden und nicht mit mir. Das ist das Schwerste: Denn sobald die Menschen miteinander reden, bereit sind, sich die Probleme des anderen anzuhören und darauf Rücksicht zu nehmen, finden sie zumeist auch praktikable Lösungen. Sobald ich das Gespräch nur mehr moderieren muss, ist schon viel gewonnen.“


Frage: Und was machen Sie, wenn sich die Streitparteien nicht einigen? „Im ersten Schritt versuche ich Ihnen, die Rechtslage zu erläutern und Ihnen die rechtlichen Schritte aufzuzeigen, die sie unmittelbar gegeneinander ergreifen können. Ebenso zeige ich Ihnen die nur eingeschränkten Möglichkeiten der ‚meine heimat ’ auf.“


Frage: Was sind das für Möglichkeiten, und warum kommt die „meine heimat“ bei solchen Angelegenheiten überhaupt ins Spiel! „Der Vermieter ist verpflichtet, sicherzustellen, dass der Mieter den Mietgegenstand vertragsgemäß nutzen kann. Wenn ihn ein Nachbar übermäßig stört, ist das nicht mehr gegeben. Dabei gibt der Gesetzgeber dem Vermieter aber nicht viel Instrumente in die Hand: Der Vermieter kann den Störenden einerseits auf Zuhaltung des Vertrages klagen oder die Mietrechte an der Wohnung aufkündigen. Beides ist in der Praxis aber in der Regel keine Rechtsfrage, sondern ein Problem der Beweisführung. Wenn hier nur Aussage gegen den Aussage steht, oder das behauptete unleidliche Verhalten nicht sehr gut dokumentiert und belegt ist, wird man solche Gerichtsverfahren in aller Regel verlieren. Denn auch hier gilt der Grundsatz: ‚Im Zweifel für den Beklagten, und das ist der, der angeblicherweise stört.“


Frage: Zum Abschluss: Was war der schönste Moment im Rahmen Ihrer Tätigkeit für die „meine heimat“ in diesem Jahr? „Der schönste Moment für mich war, als zwei Damen, die zunächst nicht einmal miteinander sprechen wollten, sich am Ende des Gesprächs die Hand geben haben und gemeinsam auf einen Kaffee gegangen sind.“


In diesem Sinn wünsche ich allen Lesern ein zufriedenes Wohnen, ein gutes Auskommen mit den Nachbarn, ein fröhliches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr!