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Konkrete Forschung trifft erfolgreiche Praxis

Zu einem Gespräch über den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellenwert von Familienunternehmen trafen sich der Wirtschaftsforscher Martin Duque und die nachfolgende Generation der Messtechnik Unternehmensgruppe.


In der Branche der verbrauchsbasierten Heizkostenabrechnung nimmt die Messtechnik Unternehmensgruppe als grenzüberschreitendes Familienunternehmen eine Sonderstellung ein. Im Jahr 1973 von Dr. Helmut Gradischnik gegründet, ist die Messtechnik am österreichischen Markt das größte familiengeführte Unternehmen in der Branche und auch jahrzehntelanger Energiepartner der Wohnbaugenossenschaft „meine heimat“.


Denken in Generationen

Um näher zu erkunden, was Familienunternehmen auszeichnet, traf sich die nachfolgende Generation, Junior-Geschäftsführer Christian Gradischnik und DI Isabel Gradischnik, mit dem Wirtschaftsforscher Dr. Martin Duque von der FH Campus 02 zu einem ausführlichen Gespräch zwischen Theorie und Praxis. Duque, der das Kompetenzzentrum FU (Familienunternehmen) Forschung Austria an der FH Campus 02 aufbaute, erläutert ein zentrales Charakteristikum: „Während Familienunternehmer in Generationen denken, ist Wfür Verantwortliche in Aktiengesellschaften ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren eine Ewigkeit, oft wird nur nach den nächsten Quartalszahlen geschielt.“ Diesen Unterschied habe Christian Gradischnik schon mehrmals beobachtet, wenn er mit Geschäftsführern von großen multinationalen Aktiengesellschaften ins Gespräch kam. „Unsere Branche ist grundsätzlich langfristig orientiert“, so der Junior-Chef, „eine nachhaltige Entwicklung ist uns besonders wichtig. Verlässlichkeit und Verantwortung sind die Eckpfeiler unserer Firmenphilosophie.“


Beziehungsorientierung

Ein weiteres, besonders hervortretendes Merkmal von Familienunternehmen betrifft die Integration von (neuen) Mitarbeitern. Duque: „Familienunternehmen setzen mehr auf personenbezogene Kommunikation, während in anderen Firmen eine versachlichte Kommunikation im Vordergrund steht.“ Die Mitarbeiter würden als „erweiterte Familie“ betrachtet, für die Verantwortung übernommen werde. Familienunternehmen zeichne eine „starke Beziehungsorientierung aus – im Gegensatz zu Kapital-Unternehmen, bei denen schnelle Umsätze am meisten zählen“. „Das zeigt sich bei der Messtechnik bereits bei unseren Bewerbungsgesprächen“, belegt Isabel Gradischnik die These des Wirtschaftsforschers. „Wir kommen dabei schnell auf eine persönliche Ebene, da es uns wichtig ist, dass die ‚Chemie’ von beiden Seiten stimmt.“ Bei der Besetzung wichtiger Positionen werden daher auch führende Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung eingebunden.


Die Beziehungsorientierung gehe bei Familienunternehmen oft so weit, „dass sogar bestimmte Kunden in das Unternehmen mit einbezogen werden“, führt der Wirtschaftsforscher weiter aus. Für den Junior-Chef Christian Gradischnik ist das auch ein Auftrag. Dieser kommt besonders in der jahrzehntelangen Partnerschaft mit der Wohnbaugenossenschaft „meine heimat“ zum Ausdruck. Sprechtage für die Wohnungsnutzer und die Wahrnehmung von Terminen durch die Geschäftsführung kennzeichnen diese Partnerschaft.

Der Wirtschaftsforscher Martin Duque hebt das langfristige Denken in Generationen bei Familienunternehmen hervor.












Junior-Geschäftsführer Christian Gradischnik sieht „Verantwortung und Verlässlichkeit“ als Grundpfeiler der Firmenphilosophie.










Isabel Gradischnik betont die personenbezogene Kommunikation mit Mitarbeitern als herausragendes Charakteristikum der Messtechnik Unternehmensgruppe.