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Unsere „besten“ Freunde? Wie ist das eigentlich?


Unser Ombudsmann klärt auf

Mag. Robert A. Puhr


Haben Sie Fragen zum Thema „Wohnen“?

Unser Mietrechtsexperte und Ombudsmann Mag. Robert Puhr erteilt Ihnen gerne Auskünfte. Unsere Mieterinnen und Mieter fragen, der Ombudsmann antwortet!










Frage: Wie ist das eigentlich mit der Haltung von Haustieren in Wohnungen? Bei der Haltung von Haustieren haben wir in Österreich eine etwas andere Rechtslage als in Deutschland: In Österreich ist es zulässig, dass der Vermieter im Mietvertrag von vornherein die Tierhaltung in der Wohnung untersagen kann. Tut er das, dürfen in der Wohnung nur Tiere in Behältnissen gehalten werden, wie etwa Aquariumfische. Gibt es im Mietvertrag keine diesbezüglichen Regelungen, darf der Mieter grundsätzlich Tiere halten, die üblicherweise bei uns in Wohnungen gehalten werden. Da für viele Menschen Haustiere sehr wichtig sind, schließt die „meine heimat“ die Tierhaltung in ihren Wohnungen nicht von vornherein aus. Die Regeln dazu finden sich in Pkt. 6 der Hausordnung.


Frage: Führt aber die Tierhaltung nicht immer wieder zu Konflikten? Ja, leider. Oft divergieren die Vorstellungen einer artgerechten Tierhaltung der Hausbewohner sehr. Insbesondere das Problem von Hundekot in den allgemein zugänglichen Gartenanlagen taucht immer wieder auf. An sich ist der Hundebesitzer verpflichtet, den Hundshaufen sofort zu entfernen. Tut er das nicht, kann er mit den Kosten für die Entfernung des Hundekots belastet werden. Jeder Hundebesitzer, der mit seinem Hund „Gassi“ geht, sollte daher immer ein „Sackerl für’s Gackerl“ dabei haben. In der Praxis stellt sich aber meist die Frage, wie man beweist, wessen Hund die „Bescherung“ hinterlassen hat. Aber auch die zusätzliche Verunreinigung des Stiegenhauses ist oft Thema. An sich sollte es selbstverständlich sein, dass ein Hundebesitzer, dessen Tiere mit schmutzigen Pfoten das Stiegenhaus verunreinigen, diesen Schmutz auch sofort beseitigt und nicht auf die nächste Stiegenhausreinigung wartet.

Da sind so manche Hundebesitzer sehr erfinderisch. So hatte ich erst kürzlich den Fall, dass eine Mieterin ihre Hunde in der Waschküche gewaschen hat, damit sie das Stiegenhaus nicht verunreinigen. Eine solche Zweckentfremdung der Waschküche geht natürlich gar nicht.


Frage: Und mit welchen Konsequenzen hat ein Tierhalter zu rechnen, der sein Tier nicht so hält, dass die anderen Hausbewohner nicht gestört werden? Als Erstes sollten die Mieter, die sich gestört fühlen, mit dem Tierhalter reden. Ein vernünftiges Gespräch führt meistens rascher zu einer Lösung als eine Beschwerde bei der Hausverwaltung. Kommt man auf diesem Weg zu keiner Einigung, muss die Hausverwaltung abwägen, was weiter geschieht. Dabei ist es wichtig, dass es nicht zu einer erheblichen Geruchs- oder Lärmbelästigung für die anderen Mieter kommt. Dabei ist aufgrund der Judikatur Hundegebell oder das gelegentliche Auffinden von Hundehaaren im Stiegenhaus zu akzeptieren. Erst bei wiederholt stundenlangem Heulen eines allein gelassenen Hundes oder bei einer relevanten, wiederholten Verschmutzung kann die Hausverwaltung einschreiten. Sind die Störungen schwerwiegend genug, wird nach einer Abmahnung im ersten Schritt dem betroffenen Mieter das Halten der Tiere in der Wohnung untersagt werden. Werden die Tiere dann nicht abgegeben, oder handelt es sich um ganz schwere Fälle, kann das letztendlich sogar mit der Aufkündigung der Wohnung enden.