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Wie ist das eigentlich mit Schädling Haustaube?

Haben Sie Fragen zum Thema „Wohnen“?

Unser Mietrechtsexperte und Ombudsmann Mag. Robert Puhr erteilt Ihnen gerne Auskünfte. Unsere Mieterinnen und Mieter fragen, der Ombudsmann antwortet!

Wie ist das eigentlich, wenn Ungeziefer das Haus befällt?

Schäden durch Ungeziefer haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt: Der Befall durch die klassischen Ungezieferarten, wie Ratten, Mäuse, Käfer und Wanzen, ist durch die besseren hygienischen Bedingungen und durch das Setzen von präventiven Maßnahmen selten geworden. Kommt es zum Befall in der Wohnung, und kann der Mieter diesen nicht durch den Einsatz handelsüblicher Mittel beseitigen, ist die Hausverwaltung zu verständigen, die dann einen Kammerjäger beauftragt. Für die Ungezieferbeseitigung in allgemeinen Teilen des Hauses ist immer die Hausverwaltung zuständig. In den letzten Jahren hat sich aber, vor allem im städtischen Bereich, die Haustaube zum Hauptproblem entwickelt. Und da kann man nicht den Kammerjäger einsetzen.


Warum sind Tauben ein Problem?

Am Körper der Tauben, in deren Nestern und Fäkalien finden sich verschiedene Parasiten und Krankheitserreger, die vom Gefieder und von den Niststätten in die Gebäude eindringen und dort Menschen, Lebensmittel und Rohstoffe befallen können. Diese können beim Menschen empfindliche Hautreaktionen hervorrufen und durch Kratzen Sekundärinfektionen verursachen. Hier sind insbesondere Milben, Flöhe, Zecken und Läuse zu nennen. Aber auch die wirtschaftlichen Folgen sind nicht zu unterschätzen, die teilweise auch unmittelbar die Mieterinnen und Mieter treffen: Die Entfernung von Taubenkot, den sonstigen durch Tauben verursachten Verschmutzungen und die Kosten der Entfernung toter Tauben schlagen sich unmittelbar in der Betriebskostenabrechnung nieder.


Und was macht die meine heimat dagegen?

Hier gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die von Taubenschutznetzen bis zu Taubenspikes reichen und die gegebenenfalls auch umgesetzt werden. Aber der Vermieter ist dagegen

weitgehend machtlos, wenn die Tauben von den Mieterinnen und Mietern gefüttert und dadurch angelockt werden. Das ist angesichts der hohen Kosten, die die Taubenabwehrmaßnahmen verursachen und den von den Tauben verursachten Schäden an Gebäuden, Fassadenelementen und Dächern, eigentlich unverantwortlich.


Müssen das alles die Mieter bezahlen?

Wie schon erwähnt, werden die Kosten der Schädlingsbekämpfung, das Entfernen toter Tauben sowie die Beseitigung von Taubenkot im Zuge der jährlichen Abrechnung als Betriebskosten weiterverrechnet und belasten somit die Mieterinnen und Mieter unmittelbar. Alle Präventivmaßnahmen, wie Taubennetze und Taubenspikes, sowie allfällige Reparaturen, die durch die Taubenplage notwendig werden, sind zu Lasten der Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge zu verbuchen. Das trifft die Mieterinnen und Mieter zwar nicht unmittelbar. Steht aber eine größere Reparatur an und wurden die eingehobenen Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge für taubenbedingte Maßnahmen aufgebraucht, bleibt dem gemeinnützigen Vermieter gar nichts anderes übrig, als die Miete zu erhöhen. Also letztendlich zahlen das dann auch die Mieterinnen und Mieter.


Und warum verbietet die meine heimat dann das Füttern von Tauben nicht generell?

Zunächst einmal lockt jede Art von Vogelfutter Tauben an. Man müsste daher generell das Füttern von Vögeln verbieten. Ein solches Verbot würde eine Änderung der Hausordnung darstellen. Die Hausordnung kann aber einseitig vom Vermieter nur geändert werden, wenn das aus Billigkeitsgründen erforderlich ist und dadurch die Ausübung des Mietrechtes durch die Mieterinnen und Mieter nicht sonderlich erschwert wird. Ein solches Fütterungsverbot wird daher erst wohl dann ausgesprochen werden können, wenn ein Taubenproblem tatsächlich besteht.